Shownotes
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🧭 NAVIGOS
In einer Welt voller Komplexität und Unsicherheit stoßen klassische Entscheidungsmodelle an ihre Grenzen. Nicht weil sie schlecht sind, sondern weil sie für eine andere Realität entwickelt wurden. Was wir heute brauchen, ist ein Entscheidungsprozess, der Unsicherheit nicht wegorganisiert, sondern bewusst integriert … und genau hier setzt NAVIGOS an.
Wenn Entscheidungen ins Stocken geraten
Kennst Du das? Ein Meeting nach dem anderen, endlose Diskussionen, viele kluge Gedanken und trotzdem fällt keine Entscheidung. Nicht, weil niemand entscheiden will. Sondern weil der Rahmen fehlt, der durch Unsicherheit trägt.
In meiner Arbeit als Berater erlebe ich immer wieder dasselbe Muster: Teams sind engagiert, kompetent und verantwortungsvoll und trotzdem werden Entscheidungen zäh, unsauber oder nur halbherzig getroffen.
“Entscheidungen scheitern heute selten an mangelnder Kompetenz, sondern daran, dass Unsicherheit keinen Platz im Prozess hat.”
Das Problem liegt nicht bei den Menschen. Es liegt bei der Frage, wie wir Entscheidungen treffen.
Warum klassische Entscheidungsmodelle nicht mehr ausreichen
Viele von uns sind mit einem bestimmten Bild von Entscheidungen groß geworden: Man sammelt Informationen, wägt Pro und Contra ab, analysiert Risiken und trifft dann eine möglichst rationale Entscheidung.
Und das ist nicht falsch! Rationalität, Analyse und Daten sind wichtig und bleiben wichtig.
Das Problem ist nur: Sie reichen immer öfter nicht mehr aus. In einer Welt, die komplexer, schneller und widersprüchlicher geworden ist, stoßen klassische Entscheidungslogiken an ihre Grenzen. Nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil sie für eine andere Realität entwickelt wurden:
- Für eine Welt, in der Informationen weitgehend vollständig waren
- In der Ursache und Wirkung halbwegs klar zusammenhingen
- Und in der Entscheidungen vor allem fachlich gelöst werden konnten
Die neue Realität des Entscheidens
Heute sieht die Realität anders aus:
- Wir entscheiden unter Unsicherheit
- Mit unvollständigem Wissen
- Mit widersprüchlichen Anforderungen
- Und oft auch unter Zeitdruck
Was ich in Organisationen immer wieder beobachte, ist deshalb kein Mangel an Entscheidungswillen, sondern ein Entscheidungsstau. Meetings werden länger. Abstimmungen werden vertagt. Oder es wird entschieden, aber innerlich trägt es niemand so richtig mit.
Typische Reaktionsmuster auf Unsicherheit
Ein typisches Muster dabei ist der Rückzug auf scheinbare Sicherheit:
- Mehr Zahlen
- Mehr Analysen
- Mehr Abstimmungen
- Mehr Harmonie
Doch Mehrheiten sind kein Garant für gute Entscheidungen. Sie sorgen für Zustimmung, aber nicht automatisch für Verantwortung. Und sie blenden oft genau das aus, was unter Unsicherheit entscheidend wäre:
- Zweifel
- Intuition
- Unbequeme Perspektiven
Ein anderes Muster ist Harmonie. Man einigt sich, um voranzukommen. Man entscheidet so, dass möglichst wenige dagegen sind. Das fühlt sich gut an, führt aber oft zu Entscheidungen, die zwar akzeptiert, aber nicht wirklich getragen werden.
Die Lücke in der Entscheidungsfindung
Genau hier wird die Lücke sichtbar: Viele Entscheidungsmodelle sagen uns, was wir tun sollen, aber kaum eines hilft uns dabei, wie wir unter Unsicherheit gemeinsam entscheiden.
Sie berücksichtigen selten, dass Entscheidungen immer auch emotional sind. Dass es Mut braucht, um Verantwortung zu übernehmen. Dass Vertrauen notwendig ist, um einen Prozess auszuhalten, dessen Ausgang offen ist. Und dass Intuition eine Rolle spielt, wenn Logik allein nicht weiterführt.
Das eigentliche Problem ist nicht, dass wir falsch entscheiden. Das Problem ist, dass wir versuchen, mit alten Logiken auf neue Realitäten zu reagieren.
NAVIGOS: Ein neuer Entscheidungsprozess entsteht
Aus diesen Erfahrungen, aus Workshops, Krisen, Transformationen und vielen echten Entscheidungssituationen ist nach und nach etwas entstanden: NAVIGOS.
NAVIGOS ist nicht an einem Schreibtisch entstanden. Nicht als Modell, das ich mir theoretisch überlegt habe. Sondern Schritt für Schritt, aus echten Situationen heraus.
Beim Schreiben meines Buchs “Neue Wege der Führung” ist mir noch einmal sehr deutlich geworden, wie wichtig drei Themen für erfolgreiche Entscheidungen sind:
- Mut: Ohne Mut keine Entscheidung unter Unsicherheit
- Vertrauen: Ohne Vertrauen kein tragfähiger Prozess
- Intuition: Ohne Intuition bleiben wir genau dann stecken, wenn Logik und Daten nicht mehr ausreichen
Was mich dabei irritiert hat: Ich habe keinen Entscheidungsprozess gefunden, der diese Elemente bewusst integriert. Entweder waren Modelle stark analytisch. Oder sie waren sehr intuitiv, aber ohne Struktur. Oder sie haben sich auf Führung konzentriert – aber nicht auf das Entscheiden selbst.
Was NAVIGOS auszeichnet
NAVIGOS ist aus genau dieser Lücke entstanden. Aus dem Versuch, einen Prozess zu entwickeln, der Struktur gibt, ohne zu verengen. Der Klarheit ermöglicht, ohne Unsicherheit zu verdrängen. Und der Mut, Vertrauen und Intuition nicht als Störfaktoren sieht, sondern als Ressourcen.
Wichtig dabei: NAVIGOS ist kein Führungsstil. Und auch kein Tool für Spezialfälle. Es ist ein Entscheidungsprozess, der sowohl für Einzelpersonen funktioniert als auch für Teams und Gruppen. Überall dort, wo Entscheidungen nicht eindeutig sind und trotzdem getroffen werden müssen.
Die Grundidee von NAVIGOS
Die Grundidee von NAVIGOS ist bewusst einfach und gleichzeitig anspruchsvoll:
NAVIGOS ist ein Prozess, der hilft, Unsicherheit sichtbar zu machen, statt sie zu überdecken. Er schafft Struktur, ohne vorzugeben, was richtig oder falsch ist. Und er ermöglicht Entscheidungen, die nicht perfekt sein müssen, aber verantwortbar sind.
Ein zentraler Unterschied zu vielen klassischen Ansätzen liegt in der Prozessführung. NAVIGOS führt nicht durch Inhalte. Er sagt dir nicht, welche Option besser ist. Er gibt keinen schlauen Ratschlag von außen.
Stattdessen hält er den Raum, in dem entschieden wird:
- Er sorgt dafür, dass Perspektiven gehört werden
- Dass Unsicherheit benannt werden darf
- Und dass Entscheidungen nicht aus Dynamik, Lautstärke oder Harmonie entstehen, sondern aus Bewusstsein
Für wen NAVIGOS funktioniert
NAVIGOS funktioniert sowohl für Einzelpersonen als auch für Teams:
- Bei Einzelpersonen hilft der Prozess, innere Spannungen zu sortieren, Widersprüche auszuhalten und zu einer Entscheidung zu kommen, die man selbst tragen kann.
- In Gruppen hilft NAVIGOS, Diskussionen zu strukturieren, leise Stimmen sichtbar zu machen und Verantwortung nicht zu verwässern.
Ein weiterer wichtiger Punkt: NAVIGOS trennt bewusst Entscheidung und Rechtfertigung. Viele Entscheidungen scheitern nicht daran, dass sie schlecht sind, sondern daran, dass sie im Nachhinein nicht mehr erklärt oder vertreten werden können. NAVIGOS unterstützt dabei, Entscheidungen so zu treffen, dass sie nachvollziehbar bleiben, auch dann, wenn sie unter Unsicherheit entstanden sind.
Mut, Vertrauen und Intuition: Die drei Säulen von NAVIGOS
Wenn man über Entscheidungen spricht, geht es oft um Methoden, Kriterien oder Daten. Was dabei erstaunlich selten thematisiert wird, sind die inneren Voraussetzungen, die es braucht, um unter Unsicherheit überhaupt entscheiden zu können.
Für mich sind es vor allem drei: Mut, Vertrauen und Intuition. Und genau diese drei sind der Grund, warum NAVIGOS so geworden ist, wie er ist.
Mut
Mut braucht es nicht, wenn alles klar ist. Mut braucht es genau dann, wenn Informationen fehlen, wenn Widersprüche bleiben und wenn klar ist: Egal wie wir uns entscheiden, es wird Kritik geben.
Viele Entscheidungsprozesse tun so, als ließe sich dieser Moment vermeiden. NAVIGOS tut das Gegenteil: Er macht ihn sichtbar. Er lädt dazu ein, Verantwortung bewusst zu übernehme. Nicht weil man alles weiß, sondern obwohl man es nicht weiß.
Vertrauen
Vertrauen in den Prozess. Vertrauen in die beteiligten Menschen. Und nicht zuletzt Vertrauen in sich selbst. Ohne Vertrauen wird jeder Entscheidungsprozess zur Absicherungsschleife. Man sucht nach der einen Zahl, dem letzten Argument, der endgültigen Zustimmung.
NAVIGOS arbeitet anders: Er schafft einen Rahmen, in dem Vertrauen wachsen kann, weil der Prozess trägt – auch dann, wenn das Ergebnis offen bleibt.
Intuition
Ein Begriff, der oft missverstanden wird. Intuition ist keine spontane Bauchreaktion und kein Ersatz für Denken. Intuition ist verdichtete Erfahrung. Ein inneres Wissen, das entsteht, wenn wir viele Eindrücke, Muster und Erfahrungen miteinander verbinden, oft schneller, als wir sie bewusst erklären können.
Gerade unter Unsicherheit ist Intuition kein Risiko, sondern eine Ressource. NAVIGOS gibt ihr bewusst Raum. Nicht als Alleinentscheiderin, sondern als gleichwertige Perspektive neben Analyse und Austausch.
Vom “richtigen” zum “tragfähigen” Entscheiden
Vielleicht der wichtigste Gedanke: NAVIGOS geht nicht davon aus, dass es die eine richtige Entscheidung gibt. Gerade in komplexen Situationen gibt es oft mehrere gangbare Wege. NAVIGOS hilft, einen davon bewusst zu wählen – und ihn dann auch zu vertreten.
Es ist ein Prozess für eine Realität, in der Klarheit nicht immer verfügbar ist. Aber Verantwortung trotzdem notwendig bleibt.
Fazit: Ein neues Verständnis von Entscheiden
Wenn ich diese Überlegungen zusammenfasse, dann bleibt vor allem ein Gedanke: Gute Entscheidungen scheitern heute selten an mangelnder Intelligenz oder fehlendem Engagement. Sie scheitern daran, dass wir versuchen, Unsicherheit wegzudenken, statt sie bewusst zu integrieren.
NAVIGOS ist aus genau dieser Beobachtung entstanden. Nicht als Methode, die dir sagt, was richtig ist. Sondern als Prozess, der dich dabei unterstützt, unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben:
- Mit Klarheit
- Mit Verantwortung
- Und mit einer Haltung, die Mut, Vertrauen und Intuition nicht ausklammert, sondern ernst nimmt
Wie Du mehr über NAVIGOS erfahren kannst
Wenn Du beim Lesen gemerkt hast, dass Dich viele der beschriebenen Situationen an Deinen eigenen Führungs- oder Entscheidungsalltag erinnern – dann geht es Dir wie vielen, mit denen ich arbeite.
Und genau dafür gibt es NAVIGOS.
Wenn Du neugierig geworden bist und Dir einen Überblick verschaffen möchtest, findest Du auf meiner Website eine eigene Seite zu NAVIGOS. Dort stelle ich den Entscheidungsprozess vor und zeige auch, wie er sich von klassischen Entscheidungsmodellen unterscheidet.
In meinem Podcast gehe ich übrigens noch tiefer ins Detail und erkläre die sieben Phasen von NAVIGOS, ganz konkret, praxisnah und so, dass Du ein gutes Gefühl dafür bekommst, wie der Prozess im Alltag angewendet werden kann.
Bis dahin lade ich Dich ein, Deine eigenen Entscheidungen einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten: Nicht mit der Frage, ob sie perfekt sind. Sondern mit der Frage, ob sie tragfähig sind… Für Dich und für die Menschen, die sie mittragen.



