7 Prin­zi­pi­en der Über­zeu­gung – Sym­pa­thie

März 18, 2025

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Teil 2 der Mini­se­rie: Sym­pa­thie

Warum Men­schen dir lieber folgen, wenn sie dich mögen

Will­kom­men zum drit­ten Teil unse­rer Mini-Serie über die sieben Prin­zi­pi­en der Über­zeu­gung nach Robert Cial­di­ni. Nach­dem wir uns mit Rezi­pro­zi­tät und dem Prin­zip des Gebens und Neh­mens beschäf­tigt haben, tau­chen wir heute in einen wei­te­ren ent­schei­den­den Faktor erfolg­rei­cher Füh­rung ein: Sym­pa­thie.

Men­schen lassen sich eher von denen beein­flus­sen, die sie mögen – das gilt im Alltag ebenso wie in der Füh­rung. Doch was macht eine Füh­rungs­kraft eigent­lich sym­pa­thisch? Und bedeu­tet Sym­pa­thie auto­ma­tisch, dass du als Füh­rungs­kraft jedem gefal­len musst? Ganz und gar nicht.

Klei­ner Spoi­ler: Es geht nicht darum, Everybody’s Dar­ling zu sein, son­dern darum, echte Ver­bin­dun­gen zu schaf­fen – ohne an Klar­heit und Auto­ri­tät zu ver­lie­ren.

In diesem Arti­kel erfährst du nicht nur, warum Sym­pa­thie ein so mäch­ti­ges Werk­zeug in der Füh­rung ist, son­dern auch, welche psy­cho­lo­gi­schen Mecha­nis­men dahin­ter­ste­cken – und vor allem: wie du dieses Prin­zip gezielt ein­set­zen kannst – authen­tisch, wir­kungs­voll und ohne dich zu ver­stel­len.

Warum Sym­pa­thie in der Füh­rung so macht­voll ist

Erin­nerst du dich an eine Situa­ti­on, in der eine Person, die du sym­pa­thisch fan­dest, eine Idee vor­ge­stellt hat? Und jetzt stell dir die­sel­be Idee vor, aber prä­sen­tiert von jeman­dem, mit dem du nicht gut aus­kommst. Wessen Vor­schlag wür­dest du eher auf­ge­schlos­sen gegen­über­ste­hen? Genau hier setzt das Prin­zip der Sym­pa­thie an: Wir neigen dazu, Men­schen zu ver­trau­en und zu folgen, die wir mögen.

Dabei geht es nicht darum, jedem gefal­len zu wollen oder sich zu ver­stel­len. Viel­mehr geht es darum, echte Ver­bin­dun­gen auf­zu­bau­en. Denn Sym­pa­thie ist ein ent­schei­den­der Bau­stein für starke Bezie­hun­gen und erfolg­rei­che Füh­rung.

Aber was genau macht eine Person sym­pa­thisch? Warum emp­fin­den wir manche Men­schen sofort als ange­nehm und bei ande­ren ent­steht keine Ver­bin­dung? Die For­schung zeigt: Es gibt drei zen­tra­le Fak­to­ren, die unsere Wahr­neh­mung von Sym­pa­thie beein­flus­sen.

Die drei Schlüs­sel­fak­to­ren für Sym­pa­thie

1. Ähn­lich­keit: “Der ist wie ich”

Wir fühlen uns instink­tiv zu Men­schen hin­ge­zo­gen, die uns ähn­lich sind. Das kann sich in gemein­sa­men Inter­es­sen, Werten oder Erfah­run­gen zeigen.

Bei­spiel: Du triffst eine neue Kol­le­gin, die aus der­sel­ben Stadt kommt wie du oder den­sel­ben Musik­ge­schmack hat. Sofort ist die Ver­bin­dung da, das Gespräch fühlt sich leich­ter an.

Auch in der Füh­rung spielt das eine Rolle. Ein CEO, der in seiner ersten Rede von seiner Zeit als Prak­ti­kant spricht, wirkt nah­ba­rer als jemand, der nur von Erfol­gen berich­tet. Eine Füh­rungs­kraft, die offen dar­über spricht, dass sie selbst früher Her­aus­for­de­run­gen hatte, schafft eine Ver­bin­dung zu ihrem Team. Gemein­sam­kei­ten erzeu­gen Ver­trau­en und Offen­heit.

2. Wert­schät­zung: “Meine Füh­rungs­kraft sieht mich wirk­lich”

Men­schen mögen es, gese­hen und geschätzt zu werden. Ein ehr­li­ches Kom­pli­ment oder geziel­te Aner­ken­nung kann daher Wunder bewir­ken. Wich­tig ist jedoch, dass diese Wert­schät­zung echt ist, denn Men­schen haben ein feines Gespür für Unehr­lich­keit.

Bei­spiel: Statt einem gene­ri­schen “Gute Arbeit” sag lieber: “Lisa, dein Bericht war auf den Punkt – genau das, was wir für die Prä­sen­ta­ti­on brauch­ten. Danke dafür!” So wird nicht nur Wert­schät­zung gezeigt, son­dern auch kon­kre­te Leis­tung aner­kannt.

3. Gemein­sa­me Ziele: “Wir ziehen an einem Strang”

Sym­pa­thie ent­steht auch durch das Gefühl, Teil eines gemein­sa­men Vor­ha­bens zu sein. Men­schen, die zusam­men­ar­bei­ten, erle­ben eine natür­li­che Bin­dung, wenn sie auf das­sel­be Ziel hin­ar­bei­ten.

Stu­di­en­bei­spiel: For­scher teil­ten zufäl­lig Men­schen in Grup­pen ein und gaben ihnen ein gemein­sa­mes Ziel. Obwohl die Grup­pen­mit­glie­der ein­an­der nicht kann­ten, ent­wi­ckel­ten sie schnell ein star­kes Zusam­men­ge­hö­rig­keits­ge­fühl.

Über­tra­gen auf die Füh­rung heißt das: Zeige deinem Team, dass du nicht über ihnen stehst, son­dern mit ihnen an einem Strang ziehst. Starke Teams ent­ste­hen nicht durch Hier­ar­chie, son­dern durch gemein­sa­mes Enga­ge­ment.

Wie du Sym­pa­thie gezielt als Füh­rungs­tool nutzen kannst

Sym­pa­thie kann gezielt geför­dert werden – ohne sich zu ver­stel­len oder es allen recht machen zu wollen. Hier sind vier kon­kre­te Wege, um als Füh­rungs­kraft eine echte Ver­bin­dung auf­zu­bau­en:

1. Ähn­lich­kei­ten bewusst sicht­bar machen

Men­schen fühlen sich zu denen hin­ge­zo­gen, mit denen sie Gemein­sam­kei­ten teilen. Wenn du als Füh­rungs­kraft Ähn­lich­kei­ten her­vor­hebst, schaffst du auto­ma­tisch eine Basis für Ver­trau­en und Offen­heit.

  • Tipp: Teile gezielt eigene Erfah­run­gen, die dein Team nach­voll­zie­hen kann.

  • Bei­spiel: Statt ein Mee­ting nur mit der Agenda zu star­ten, kannst du es mit einer kurzen per­sön­li­chen Anek­do­te ein­lei­ten: “Ich erin­ne­re mich noch an meine erste Woche hier – ich war voller Taten­drang, aber hatte tau­send Fragen. Ich kann mir vor­stel­len, dass es euch ähn­lich geht.”

Solche Momen­te schaf­fen Ver­bin­dung, weil sie zeigen: „Ich ver­ste­he euch.“

2. Echte Wert­schät­zung zeigen – indi­vi­du­ell und kon­kret

Sym­pa­thie wächst, wenn Men­schen sich gese­hen und aner­kannt fühlen. Doch pau­scha­les Lob reicht nicht aus – Wert­schät­zung muss spe­zi­fisch und ehr­lich sein, damit sie ihre volle Wir­kung ent­fal­ten kann.

  • Tipp: For­mu­lie­re Aner­ken­nung gezielt und mache sie greif­bar.
  • Bei­spiel: Anstatt zu sagen “Gute Arbeit, Team!”, sage “Max, dein Bei­trag in der Kun­den­prä­sen­ta­ti­on war ent­schei­dend – er hat die Dis­kus­si­on rich­tig vor­an­ge­bracht.”

Solche Rück­mel­dun­gen stär­ken nicht nur die Moti­va­ti­on, son­dern auch das Ver­trau­en in deine Füh­rung.

3. Team­geist und gemein­sa­me Ziele beto­nen

Men­schen folgen lieber denen, mit denen sie sich ver­bun­den fühlen. Wer als Füh­rungs­kraft signa­li­siert, dass er oder sie nicht über dem Team steht, son­dern Teil davon ist, stärkt den Zusam­men­halt.

  • Tipp: Zeige, dass du Her­aus­for­de­run­gen gemein­sam mit deinem Team meis­terst – und nicht nur von oben Anwei­sun­gen gibst.
  • Bei­spiel: In stres­si­gen Pro­jek­ten kannst du sagen: “Ja, das ist eine Her­aus­for­de­rung, aber wir ziehen das gemein­sam durch – ich stehe hinter euch.”

Diese Art der Kom­mu­ni­ka­ti­on zeigt, dass du das Team unter­stützt und nicht nur Erwar­tun­gen for­mu­lierst – das schafft Loya­li­tät.

4. Echtes Inter­es­se zeigen

Men­schen merken, ob Inter­es­se an ihnen auf­rich­tig ist oder nur aus Höf­lich­keit besteht. Wer sich wirk­lich für sein Team inter­es­siert, baut eine tie­fe­re Ver­bin­dung auf.

  • Tipp: Stelle Fragen, die über die reine Arbeit hin­aus­ge­hen.
  • Bei­spiel: Ein CEO fragt in Mee­tings nicht nur nach Zahlen, son­dern auch: “Was hat dich letzte Woche am meis­ten gefreut?” Solche ein­fa­chen Fragen zeigen, dass die Men­schen und nicht nur die Leis­tung zählen.

Dieser Ansatz sorgt für eine Kultur der Wert­schät­zung, in der sich Men­schen gese­hen und ernst genom­men fühlen.

Sym­pa­thie allein reicht nicht – Warum Füh­rung auch Klar­heit braucht

Sym­pa­thie öffnet Türen, aber Füh­rung bedeu­tet auch, den Kurs zu halten. Wer nur beliebt sein will, läuft Gefahr, keine Rich­tung vor­zu­ge­ben.

Denn so wich­tig Sym­pa­thie auch ist – sie darf nicht dazu führen, dass Füh­rungs­kräf­te Har­mo­nie über Klar­heit stel­len. Wer sich zu sehr darauf kon­zen­triert, gemocht zu werden, ver­mei­det oft schwie­ri­ge Ent­schei­dun­gen oder scheut sich, unpo­pu­lä­re Maß­nah­men durch­zu­set­zen. Das kann dazu führen, dass Teams in Unsi­cher­heit ver­har­ren, weil nie­mand klare Rich­tung vor­gibt.

Sym­pa­thie und Ent­schlos­sen­heit gehö­ren also zusam­men. Men­schen ver­zei­hen unpo­pu­lä­re Ent­schei­dun­gen, wenn sie wissen, dass sie fair und begrün­det sind. Sie brau­chen nicht nur eine Füh­rungs­kraft, die nahbar ist, son­dern auch eine, die Ver­ant­wor­tung über­nimmt und klare Leit­li­ni­en vor­gibt.

Eine Füh­rungs­per­sön­lich­keit, die authen­tisch sym­pa­thisch ist, aber auch kon­se­quent han­delt, wird sowohl Respekt als auch Ver­trau­en gewin­nen. Das Geheim­nis liegt darin, Nähe zu schaf­fen, ohne die eigene Auto­ri­tät zu ver­lie­ren – denn wahre Sym­pa­thie basiert nicht auf Beliebt­heit, son­dern auf Ver­läss­lich­keit und Inte­gri­tät.

Fazit: Sym­pa­thie als Basis für erfolg­rei­che Füh­rung

Füh­rung ist kein Beliebt­heits­wett­be­werb – aber Sym­pa­thie kann ein ent­schei­den­der Vor­teil sein. Sie schafft Ver­trau­en, stärkt den Zusam­men­halt und erleich­tert Zusam­men­ar­beit. Doch wer nur gefal­len will, ver­liert schnell an Füh­rungs­kraft.

Gute Füh­rung bedeu­tet, nahbar zu sein, ohne sich anzu­bie­dern, und klar zu kom­mu­ni­zie­ren, ohne Härte zu zeigen. Eine starke Füh­rungs­kraft zeigt Wert­schät­zung, bleibt authen­tisch und trifft auch unpo­pu­lä­re Ent­schei­dun­gen – mit Rück­grat und Respekt.

Impuls: Reflek­tie­re in den nächs­ten Tagen: Wo kannst du bewusst mehr Ver­bin­dung zu deinem Team auf­bau­en? Wie kannst du ehr­li­che Wert­schät­zung zeigen? Welche Gemein­sam­kei­ten kannst du her­vor­he­ben?

Im nächs­ten Arti­kel geht es um das dritte Prin­zip: Unity – Wie du ein echtes „Wir-Gefühl“ in deinem Team schaffst.

Christian Koudela

Entscheidungsnavigator, Autor, Berater & Trainer

Ich will echte Veränderungen ermöglichen und Unternehmen zu einem Ort machen, an dem Wertschätzung für die Leistungen und Kompetenzen aller Beteiligten zum Alltag gehört. An dem die Arbeit Freude und Sinn stiftet – ein arbeitswerter Ort ist. Und nicht nur ein Rettungsanker sein, mit dem du dich immer wieder von einer herausfordernden Entscheidung zur nächsten hangelst.

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