Ent­schei­dun­gen im Ram­pen­licht

Juni 4, 2024

Show­no­tes

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Eine per­sön­li­che Geschich­te aus dem Irish Dance

Will­kom­men zu einer per­sön­li­chen Reise durch die Welt des Irish Dance. Heute möchte ich eine Erfah­rung mit dir teilen, die mir kürz­lich ver­deut­licht hat, wie ent­schei­dend es ist, im rich­ti­gen Moment mutig zu sein und auch mal gegen den Strom zu schwim­men. Doch bevor wir in die Details gehen, möchte ich dich kurz in die fas­zi­nie­ren­de Welt des Irish Dance ent­füh­ren.

Wer mich kennt, weiß, dass ich lei­den­schaft­li­cher Irish-Dance-Tänzer bin und Teil der Gruppe “Irish Fire”.

Der Irish Dance ist nicht nur eine Tanz­form, son­dern eine leben­di­ge Kunst, die Geschich­ten erzählt, Tra­di­tio­nen bewahrt und Emo­tio­nen weckt. Jeder Schritt, jede Bewe­gung und jede Ent­schei­dung auf der Bühne trägt dazu bei, eine ein­zig­ar­ti­ge Atmo­sphä­re zu schaf­fen und das Publi­kum auf eine fes­seln­de Reise mit­zu­neh­men. In diesem kom­ple­xen Geflecht aus Musik, Tanz und Dra­ma­tik ist die Rolle der Ent­schei­dun­gen nicht zu unter­schät­zen.

Von der Idee zur Rea­li­tät – Ein Blick hinter die Kulis­sen

Unsere Gruppe „Irish Fire“ hat vor etwa ein­ein­halb Jahren beschlos­sen, mit unse­rem Pro­gramm „Pub Tales“ auf unsere erste kleine Tour zu gehen. Es ist eine abend­fül­len­de Show, ähn­lich wie ein Musi­cal, und wir sind damit durch den Osten Öster­reichs getourt.

Wäh­rend des krea­ti­ven Pro­zes­ses müssen zahl­rei­che Ent­schei­dun­gen getrof­fen werden: von der Aus­wahl der Musik und der Cho­reo­gra­fien bis hin zur Gestal­tung der Bühne und der Kos­tü­me. Jede dieser Ent­schei­dun­gen beein­flusst das Gesamt­erleb­nis der Show und trägt dazu bei, eine ein­zig­ar­ti­ge und unver­gess­li­che Per­for­mance zu kre­ieren.

Unser tolles Cho­reo­gra­fie- und Trai­ner­team hat inten­siv mit uns gear­bei­tet, um die Geschich­te tän­ze­risch zu erzäh­len. Eines der ersten Stücke, mit dem wir unsere Show eröff­nen, heißt “Pub Tales”. Es han­delt von Geschich­ten, die in Pubs erzählt werden, und das erste Stück ist das soge­nann­te “Pub Medley” – ein schö­ner Zusam­men­schnitt aus ver­schie­de­nen iri­schen Lie­dern, zu denen wir tanzen. Um das Pub-Gefühl auf die Bühne zu brin­gen, haben wir uns ent­schie­den, Tische auf der Bühne zu plat­zie­ren. Diese Tische werden in die Cho­reo­gra­fie inte­griert, sodass manch­mal Hin­ter­grund­sze­nen ent­ste­hen, die das Ambi­en­te ver­stär­ken.

Im Zuge der Recher­che und Vor­be­rei­tung für “Pub Tales” haben wir ver­schie­de­ne Bühnen besich­tigt, um die beste Auf­füh­rungs­mög­lich­keit zu finden. Stell dir vor: Wir haben 15 Tän­ze­rin­nen und Tänzer auf der Bühne, dazu eine Live­band und Schau­spie­ler – da braucht man eini­ges an Platz.

Soweit so gut. Bis wir auf unse­rer Tour nach Wien kamen.

Her­aus­for­de­rung auf der Wiener Bühne: Das Dilem­ma mit den Tischen

In Wien stan­den wir vor einer uner­war­te­ten Her­aus­for­de­rung, die unsere Pla­nung auf den Kopf stell­te und uns vor eine schwie­ri­ge Ent­schei­dung stell­te. Die Bühne, auf der wir auf­tre­ten soll­ten, erwies sich als klei­ner als alle ande­ren Orte, an denen wir zuvor getanzt hatten. Diese Fest­stel­lung allein brach­te bereits Unsi­cher­heit mit sich, aber als wir mit der Stell­pro­be began­nen, wurde uns schnell klar, dass diese Enge noch wei­te­re Pro­ble­me mit sich brach­te.

Der begrenz­te Platz ließ wenig Spiel­raum für unsere Cho­reo­gra­fien und Bewe­gun­gen. Beson­ders kri­tisch war die Frage nach den Tischen, die in unse­rem Stück “Pub Tales” eine zen­tra­le Rolle spie­len. Doch ange­sichts der beeng­ten Ver­hält­nis­se auf der Bühne war es frag­lich, ob wir über­haupt genü­gend Platz für die Tische hatten – geschwei­ge denn für zwei.

Diese Situa­ti­on führte zu einem Dilem­ma, das unser Team in Unei­nig­keit stürz­te.

Ent­schei­dungs­fin­dung im Team: Zwi­schen Unei­nig­keit und Kom­pro­mis­sen

Einige von uns waren der Mei­nung, dass wir trotz der Platz­pro­ble­me an der ursprüng­li­chen Idee von zwei Tischen fest­hal­ten soll­ten, wäh­rend andere für eine prag­ma­ti­sche Lösung plä­dier­ten: nur einen Tisch zu ver­wen­den, um mehr Bewe­gungs­frei­heit zu gewähr­leis­ten.

Es ist an dieser Stelle wich­tig zu erwäh­nen, dass wir als Verein orga­ni­siert sind und die Show­ge­stal­tung auf viele Köpfe ver­teilt ist. Es gibt Teams für Cho­reo­gra­fien, Musik, Tech­nik, Bühne, Aus­stat­tung und Requi­si­ten. Viele Ent­schei­dun­gen, beson­ders die grund­sätz­li­chen wie der Name, die Aus­rich­tung und der Ton der Show, wurden gemein­schaft­lich und demo­kra­tisch getrof­fen. Gleich­zei­tig haben unsere Arbeits­grup­pen ihre Leads, die die Haupt­ver­ant­wor­tung tragen und letzt­lich Ent­schei­dun­gen tref­fen.

Trotz der gemein­schaft­li­chen Ent­schei­dungs­pro­zes­se ver­su­chen wir, so viele Stim­men und Ideen wie mög­lich ein­zu­be­zie­hen, um ein gemein­sa­mes Werk zu schaf­fen. Jeder von uns soll stolz darauf sein können und das Gefühl haben, dass die Show unser gemein­sa­mes Baby ist, an dem wir lange gear­bei­tet haben.

Ana­ly­se-Para­ly­se und Ent­schei­dungs­stau

Zurück zu den zwei Tischen. Nor­ma­ler­wei­se leben wir einen par­ti­zi­pa­ti­ven Ent­schei­dungs­pro­zess. Doch in dieser Situa­ti­on führte dies quasi zu einer Ana­ly­se-Para­ly­se: Die Dis­kus­si­on zog sich hin und her, die Ent­schei­dung blieb aller­dings aus. Die Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten bzw. Unei­nig­kei­ten führ­ten zu einem Still­stand – bis ich schließ­lich die Ent­schei­dung traf: „Wir gehen mit einem Tisch ins Rennen.“ In dem Moment herrsch­te kurz Stille, aber unsere Head of Cho­reo­gra­phy stimm­te zu und wir berei­te­ten uns auf die Show vor.

Rück­bli­ckend stell­te sich heraus, dass diese Ent­schei­dung rich­tig war. Die Show lief rei­bungs­los und alles passte. Doch die Situa­ti­on brach­te mich zum Nach­den­ken. Hatte ich die Ent­schei­dung zu abrupt getrof­fen? War es gerecht­fer­tigt, in diesem Maße ein Macht­wort zu spre­chen?

In unse­rer Gruppe legen wir viel Wert auf Par­ti­zi­pa­ti­on und demo­kra­ti­sche Ent­schei­dun­gen. Ich habe gemerkt, dass ich in diesem Moment mit einer Tra­di­ti­on gebro­chen habe, was zu Irri­ta­tio­nen führte. Den­noch war es not­wen­dig, um Klar­heit und Fokus in die Situa­ti­on zu brin­gen.

Die Bedeu­tung klarer Ent­schei­dun­gen und fle­xi­bler Anpas­sun­gen

Nach der Show reflek­tier­te ich über die Ereig­nis­se und stell­te fest, dass es manch­mal nötig ist, schnel­le Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, um vor­an­zu­kom­men. Auch wenn es gegen die gewohn­te Kultur geht, kann es not­wen­dig sein, klare Ansa­gen zu machen. Dies ist beson­ders wich­tig, wenn die Zeit drängt und Ent­schei­dun­gen drin­gend benö­tigt werden.

Ein wei­te­res wich­ti­ges Lear­ning war, dass die Kultur des Ent­schei­dens in Teams und Orga­ni­sa­tio­nen sehr bedeu­tend ist. Es ist wich­tig, diese Kultur zu respek­tie­ren, aber auch zu wissen, wann man davon abwei­chen muss.

Für die Zukunft habe ich mir vor­ge­nom­men, in sol­chen Momen­ten eine kurze Erklä­rung zu geben, warum eine bestimm­te Ent­schei­dung getrof­fen wird. Dies hilft, Miss­ver­ständ­nis­se zu ver­mei­den und das Team besser ein­zu­bin­den. Es ist nicht nur wich­tig, Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, son­dern auch, wie und warum sie getrof­fen werden.

Diese Erfah­rung hat mir gezeigt, dass es manch­mal not­wen­dig ist, gegen die Norm zu han­deln, um das Beste für das Team und das Pro­jekt zu errei­chen.

Eigen­re­flek­ti­on für bes­se­re Ent­schei­dun­gen

In Anbe­tracht meiner Erfah­run­gen auf der Bühne und der Her­aus­for­de­run­gen, denen wir als Team gegen­über­stan­den, erin­ner­te mich ein Zitat von Erich Käst­ner an eine essen­zi­el­le Lek­ti­on:

“Wer auf­hört, besser zu werden, hat auf­ge­hört, gut zu sein.”

Diese Worte unter­strei­chen die Wich­tig­keit der kon­ti­nu­ier­li­chen Wei­ter­ent­wick­lung, sowohl auf per­sön­li­cher als auch auf pro­fes­sio­nel­ler Ebene.

Wäh­rend meiner Refle­xio­nen nach der Show wurde mir mal wieder deut­lich, dass unsere Ent­schei­dun­gen und Hand­lun­gen dazu bei­tra­gen, uns vor­an­zu­brin­gen und unsere Fähig­kei­ten zu ver­bes­sern. Es hat mich auch daran erin­nert, wie wert­voll es ist, mich regel­mä­ßig zu reflek­tie­ren und aktiv nach Mög­lich­kei­ten zur Ver­bes­se­rung zu suchen.

Ich hoffe, dass diese Geschich­te dich dazu inspi­riert hat, über deine eige­nen Ent­schei­dun­gen und deren Aus­wir­kun­gen nach­zu­den­ken. Denke daran, dass der Weg zur Exzel­lenz ein fort­lau­fen­der Pro­zess ist, und dass jede Ent­schei­dung, die wir tref­fen, eine Gele­gen­heit zur per­sön­li­chen und beruf­li­chen Ent­wick­lung bietet.

Bis zum nächs­ten Mal!

Christian Koudela

Entscheidungsnavigator, Autor, Berater & Trainer

Ich will echte Veränderungen ermöglichen und Unternehmen zu einem Ort machen, an dem Wertschätzung für die Leistungen und Kompetenzen aller Beteiligten zum Alltag gehört. An dem die Arbeit Freude und Sinn stiftet – ein arbeitswerter Ort ist. Und nicht nur ein Rettungsanker sein, mit dem du dich immer wieder von einer herausfordernden Entscheidung zur nächsten hangelst.

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