NAVIGOS – Ent­schei­den mit Mut, Ver­trau­en und Intui­ti­on

Februar 10, 2026

Show­no­tes

📖 Buch “Neue Wege der Füh­rung”
🎧 Pod­cast “Ent­schei­dungs­na­vi­ga­tor”
🎬 Ent­schei­dungs­na­vi­ga­tor auf You­tube
🧭 NAVIGOS

Wie Du einen struk­tu­rier­ten Ent­schei­dungs­pro­zess nutzt, der Intui­ti­on, Mut und Ver­trau­en sys­te­ma­tisch inte­griert

Ent­schei­dun­gen in einer Welt voller Unsi­cher­heit

Kennst Du das? Eine wich­ti­ge Ent­schei­dung steht an, aber die Infor­ma­ti­ons­la­ge ist unvoll­stän­dig. Die Rah­men­be­din­gun­gen ändern sich stän­dig. Erwar­tun­gen ver­schie­ben sich, und die Kon­se­quen­zen Deiner Ent­schei­dung werden viel­leicht erst später sicht­bar.

Und trotz­dem wird von Dir erwar­tet, dass Du ent­schei­dest. Klar. Ver­ant­wort­lich. Und bitte mög­lichst ohne lange Umwege.

Die Wahr­heit ist: Wenn wir heute über Ent­schei­dun­gen spre­chen, dann spre­chen wir über etwas grund­le­gend ande­res als noch vor zehn oder fünf­zehn Jahren. Nicht weil Men­schen plötz­lich schlech­ter ent­schei­den würden – son­dern weil sich die Bedin­gun­gen, unter denen ent­schie­den wird, fun­da­men­tal ver­än­dert haben.

In dieser neuen Rea­li­tät brau­chen wir einen ande­ren Ansatz. Einen, der Unsi­cher­heit nicht als Pro­blem behan­delt, das gelöst werden muss, son­dern als Zustand, der gestal­tet werden will.

Genau hier setzt NAVIGOS an.

NAVIGOS … mehr als nur ein Modell

NAVIGOS ist kein Tool und keine Metho­de. Es ist ein Ent­schei­dungs­frame­work, das Hal­tung und Struk­tur ver­bin­det. Im Zen­trum steht nicht die “rich­ti­ge” Ent­schei­dung, son­dern die Frage, ob eine Ent­schei­dung trag­fä­hig ist:

  • Für die Situa­ti­on
  • Für die betei­lig­ten Men­schen
  • Für die Person, die Ver­ant­wor­tung über­nimmt

Ein zen­tra­ler Gedan­ke aus der NAVI­GOS-Posi­tio­nie­rung lautet:

“Gute Ent­schei­dun­gen ent­ste­hen nicht aus Per­fek­ti­on, son­dern aus Hal­tung.”

Diese Hal­tung zeigt sich an meh­re­ren Stel­len:

  • Im Umgang mit Unsi­cher­heit
  • Im bewuss­ten Aus­hal­ten von Ambi­va­lenz
  • Im Moment, in dem Ver­ant­wor­tung über­nom­men wird

NAVIGOS geht davon aus, dass Unsi­cher­heit kein Pro­blem ist, das gelöst werden muss, son­dern ein Zustand, der gestal­tet werden will. Des­halb fokus­siert der Ansatz nicht auf Kon­trol­le, Opti­mie­rung oder Absi­che­rung – son­dern auf Ori­en­tie­rung im Pro­zess.

Warum klas­si­sche Ent­schei­dungs­mo­del­le heute oft nicht mehr grei­fen

Viele klas­si­sche Ent­schei­dungs­mo­del­le sind für die heu­ti­ge Kom­ple­xi­tät nicht gemacht. Sie gehen von Sta­bi­li­tät aus, von klaren Optio­nen und einer deut­li­chen Trenn­li­nie zwi­schen Ana­ly­se und Ent­schei­dung.

NAVIGOS ist aus der Erfah­rung ent­stan­den, dass diese Trenn­li­nie in der Rea­li­tät oft nicht exis­tiert. Ent­schei­den ist heute kein punk­tu­el­les Ereig­nis mehr, es ist ein Ver­lauf. Ein Pro­zess, in dem Ori­en­tie­rung, Abwä­gung, Hal­tung und Ver­ant­wor­tung inein­an­der­grei­fen.

Wäh­rend klas­si­sche Model­le oft den Fokus auf die Opti­mie­rung von Ergeb­nis­sen legen, geht es bei NAVIGOS um die bewuss­te Gestal­tung des Weges zur Ent­schei­dung. Mut, Ver­trau­en und Intui­ti­on sind dabei keine ergän­zen­den Werte, son­dern inte­gra­ler Bestand­teil des Pro­zes­ses:

  • Mut braucht es dort, wo Ana­ly­se endet und Ver­ant­wor­tung beginnt
  • Ver­trau­en ent­steht dort, wo der Pro­zess trägt – auch ohne Gewiss­heit
  • Intui­ti­on wird dort ein­ge­bun­den, wo Erfah­rung mehr weiß als Zahlen

Die 7 Phasen des NAVI­GOS-Ent­schei­dungs­pro­zes­ses

Der Name NAVIGOS ist nicht zufäl­lig gewählt. Er ist ein Akro­nym: Jeder Buch­sta­be steht für eine der sieben Phasen dieses Ent­schei­dungs­pro­zes­ses. Zusam­men erge­ben sie einen Ent­schei­dungs­bo­gen, der von der ersten Wahr­neh­mung bis zur bewuss­ten Refle­xi­on reicht.

N – Nimm wahr, was ist

Bevor wir han­deln, bevor wir bewer­ten oder Optio­nen ver­glei­chen, geht es darum, inne­zu­hal­ten und bewusst hin­zu­schau­en. Worum geht es hier wirk­lich? Was ist das Ziel dieser Ent­schei­dung? Welche Fakten liegen vor – und wo bewe­gen wir uns bereits im Bereich von Annah­men?

Diese Phase schafft Ori­en­tie­rung im Unkla­ren. Sie bringt Über­blick, Kon­text und eine gemein­sa­me Aus­gangs­ba­sis. Ohne diesen Schritt laufen viele Ent­schei­dun­gen Gefahr, auf einem fal­schen Pro­blem auf­zu­set­zen.

A – Anhal­ten & Raum schaf­fen

Nach dem Sam­meln der Fakten braucht es bewusst einen Wech­sel der Geschwin­dig­keit. Ent­schei­dun­gen pro­fi­tie­ren nicht von per­ma­nen­tem Aktio­nis­mus. Sie brau­chen Raum.

In dieser Phase geht es darum, inner­lich Abstand zu gewin­nen, Gedan­ken und Emo­tio­nen zu sor­tie­ren und Stress her­aus­zu­neh­men. Nicht, um Zeit zu ver­lie­ren, son­dern um Klar­heit zu gewin­nen. Erst hier ent­steht die innere Ruhe, die gute Ent­schei­dun­gen über­haupt mög­lich macht.

V – Ver­traue deiner Intui­ti­on

NAVIGOS inte­griert Intui­ti­on nicht als Bauch­ent­schei­dung, son­dern als bewuss­te Ergän­zung zum ratio­na­len Denken. Was spüre ich? Was sagt mein Erfah­rungs­wis­sen? Welche inne­ren Signa­le melden sich?

Gerade in kom­ple­xen Situa­tio­nen weiß unser System oft mehr, als wir logisch erklä­ren können. Diese Phase lädt dazu ein, diesem Wissen Raum zu geben, ohne die Ana­ly­se über Bord zu werfen.

I – Ideen ent­wi­ckeln & erste Ein­schät­zung

Hier geht es darum, den Mög­lich­keits­raum zu öffnen: Optio­nen zu sam­meln, Sze­na­ri­en zu durch­den­ken, neue Wege zuzu­las­sen. Nicht nur die nahe­lie­gen­den Alter­na­ti­ven, son­dern auch das, was jen­seits der gewohn­ten Denk­mus­ter liegt.

Gleich­zei­tig beginnt hier bereits eine erste Ver­dich­tung: Welche Optio­nen wirken trag­fä­hig? Wo zeigen sich Chan­cen – und wo Risi­ken?

G – Gren­zen über­win­den

Jetzt zeigen sich Zwei­fel, Beden­ken und Ängste. Nicht als Stö­rung, son­dern als wich­ti­ger Teil des Pro­zes­ses. Diese Phase macht sicht­bar, wo Unsi­cher­heit blo­ckiert – und lädt dazu ein, ihr bewusst zu begeg­nen.

Mut ent­steht hier nicht durch Ver­drän­gen, son­dern durch Aus­ein­an­der­set­zung. Wer Gren­zen erkennt und nicht davor stehen bleibt, ver­wan­delt Erkennt­nis in Bewe­gung.

O – Owner­ship & Ent­schei­dung tref­fen

Jetzt wird Ver­ant­wor­tung über­nom­men. Nicht, weil alles sicher ist, son­dern weil genug Klar­heit ent­stan­den ist, um sich bewusst fest­zu­le­gen.

Owner­ship bedeu­tet, inner­lich Ja zu sagen und gleich­zei­tig Nein zu ande­ren Optio­nen. Und es bedeu­tet, die Ent­schei­dung in Hand­lung zu über­set­zen: Zustän­dig­kei­ten klären, Prio­ri­tä­ten setzen, Umset­zung struk­tu­rie­ren.

S – Spüre und reflek­tie­re

NAVIGOS endet nicht mit dem Beschluss, son­dern mit Lernen. Was hat gewirkt? Was hat sich ver­än­dert? Was zeigt uns die Rea­li­tät – in Ergeb­nis­sen, in Stim­mung, in Ener­gie?

Diese Phase macht Erfah­rung bewusst und ver­wan­delt sie in Erkennt­nis. Sie schließt den Ent­schei­dungs­bo­gen – und öffnet gleich­zei­tig den Raum für den nächs­ten Zyklus.

Wo Mut, Ver­trau­en und Intui­ti­on im Modell ver­an­kert sind

Genau an dieser Stelle lohnt sich ein genaue­rer Blick auf diese drei Qua­li­tä­ten. Nicht als abs­trak­te Werte oder per­sön­li­che Eigen­schaf­ten, son­dern als ent­schei­den­de Wirk­kräf­te, die im NAVI­GOS-Pro­zess bewusst ver­an­kert sind.

Mut – mehr als schnel­le Ent­schlos­sen­heit

Mut wird oft mit schnel­len, ent­schlos­se­nen Ent­schei­dun­gen ver­wech­selt. Im Kon­text von NAVIGOS meint Mut etwas ande­res: die Bereit­schaft, Unsi­cher­heit nicht zu über­sprin­gen.

Mut zeigt sich im Aus­hal­ten. Im Nicht-Sofort-Wei­ter­ge­hen. Im bewuss­ten Durch­lau­fen der Phasen – auch dann, wenn der Wunsch nach Klar­heit drängt.

Beson­ders spür­bar wird Mut dort, wo NAVIGOS den Über­gang vom Abwä­gen zur Ent­schei­dung mar­kiert. Hier gibt es keine voll­stän­di­ge Sicher­heit mehr. Hier geht es darum, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men für eine Rich­tung, nicht für ein garan­tier­tes Ergeb­nis.

Ver­trau­en – der Halt im Pro­zess

Ver­trau­en in den Pro­zess. Ver­trau­en in sich selbst. Und – im Team­kon­text – Ver­trau­en in andere Per­spek­ti­ven.

NAVIGOS baut Ver­trau­en nicht durch Ver­spre­chen auf, son­dern durch Struk­tur. Wer weiß, wo er sich im Ent­schei­dungs­pro­zess befin­det, muss weni­ger kon­trol­lie­ren. Wer erlebt, dass nichts Wesent­li­ches aus­ge­las­sen wird, kann los­las­sen.

Ver­trau­en ent­steht auch dadurch, dass NAVIGOS Ent­schei­dun­gen erklär­bar macht. Nicht im Sinne einer Recht­fer­ti­gung – son­dern als innere Nach­voll­zieh­bar­keit. Ich weiß, warum ich mich so ent­schie­den habe. Ich kenne die Span­nun­gen, die Zwei­fel und die Abwä­gun­gen. Und genau das macht Ent­schei­dun­gen auch im Nach­hin­ein trag­bar.

Intui­ti­on – ver­dich­te­te Erfah­rung statt Bau­ch­im­puls

NAVIGOS ver­steht Intui­ti­on nicht als Gegen­pol zur Ratio­na­li­tät. Intui­ti­on ist im Modell kein spon­ta­ner Bau­ch­im­puls, son­dern ver­dich­te­te Erfah­rung.

Sie bekommt im Pro­zess einen klaren Platz – nicht am Anfang, nicht am Ende, son­dern dort, wo Ana­ly­se allein nicht mehr wei­ter­führt. NAVIGOS lädt dazu ein, die innere Reso­nanz bewusst wahr­zu­neh­men:

  • Was fühlt sich stim­mig an?
  • Wo ent­steht innere Span­nung?
  • Was passt – und was passt trotz guter Argu­men­te nicht?

Dadurch wird Intui­ti­on über­prüf­bar. Nicht objek­tiv mess­bar – aber reflek­tier­bar. Sie wird Teil der Ent­schei­dung, nicht ihr heim­li­cher Trei­ber.

Für wen NAVIGOS gedacht ist und wofür nicht

NAVIGOS ist kein Ent­schei­dungs­pro­zess für alle und alles. Und genau das macht ihn wirk­sam.

Für wen NAVIGOS beson­ders hilf­reich ist

NAVIGOS rich­tet sich vor allem an Men­schen, die Ent­schei­dun­gen nicht nur tref­fen, son­dern tragen. An Füh­rungs­kräf­te, die Ver­ant­wor­tung über­neh­men müssen – auch dann, wenn Unsi­cher­heit bleibt. An Men­schen, die spüren, dass Ent­schei­den heute weni­ger mit Gewiss­heit zu tun hat als mit Hal­tung.

Typi­scher­wei­se sind das:

  • Füh­rungs­kräf­te in Orga­ni­sa­tio­nen, die mit kom­ple­xen Situa­tio­nen umge­hen müssen
  • Teams mit wider­sprüch­li­chen Erwar­tun­gen und meh­re­ren Per­spek­ti­ven
  • Ent­schei­der, deren Wir­kung über Zahlen hin­aus­geht – hinein in Kultur, Zusam­men­ar­beit und Ver­trau­en

NAVIGOS ist ebenso für Men­schen gedacht, die Ent­schei­dungs­pro­zes­se beglei­ten: Inter­ne Berater:innen, HR, Organisationsentwickler:innen, Pro­jekt­lei­ten­de. Also für all jene, die nicht die Ent­schei­dung selbst tref­fen, aber Ver­ant­wor­tung dafür tragen, wie ent­schie­den wird.

Beson­ders wirk­sam ist NAVIGOS dort:

  • Wo Ent­schei­dun­gen nicht ein­deu­tig sind
  • Wo Daten helfen, aber nicht aus­rei­chen
  • Wo es kein klares Rich­tig oder Falsch gibt, son­dern Abwä­gun­gen, Span­nun­gen und echte Kon­se­quen­zen

Wo NAVIGOS nicht der rich­ti­ge Ansatz ist

Gleich­zei­tig ist NAVIGOS nicht für jede Situa­ti­on gedacht:

  • Nicht für tri­via­le All­tags­ent­schei­dun­gen
  • Nicht für rein ope­ra­ti­ve Fragen, bei denen Geschwin­dig­keit wich­ti­ger ist als Refle­xi­on
  • Und nicht für Men­schen oder Orga­ni­sa­tio­nen, die nach einem Tool suchen, das ihnen Ent­schei­dun­gen abnimmt oder Unsi­cher­heit ver­schwin­den lässt

NAVIGOS ver­spricht keine Sicher­heit. Es garan­tiert kein rich­ti­ges Ergeb­nis. Und es lie­fert keine Abkür­zun­gen.

Was es bietet, ist etwas ande­res: einen Ent­schei­dungs­rah­men, der hilft, Ver­ant­wor­tung bewusst zu über­neh­men. Einen Pro­zess, der Mut, Ver­trau­en und Intui­ti­on inte­griert, statt sie dem Zufall zu über­las­sen. Und eine Struk­tur, die es ermög­licht, Ent­schei­dun­gen auch im Rück­blick zu ver­ste­hen – nicht, weil sie per­fekt waren, son­dern weil sie bewusst getrof­fen wurden.

Warum Struk­tur für intui­ti­ve Ent­schei­dun­gen wich­tig ist

An diesem Punkt ent­steht oft eine berech­tig­te Frage: Wenn es um Hal­tung, Mut, Ver­trau­en und Intui­ti­on geht – warum braucht es dann über­haupt einen struk­tu­rier­ten Pro­zess?

Die Ant­wort ist ein­fach und unbe­quem zugleich: Weil genau diese Qua­li­tä­ten ohne Struk­tur schnell wir­kungs­los blei­ben.

  • Mut ohne Ori­en­tie­rung wird zu Aktio­nis­mus
  • Ver­trau­en ohne Klar­heit zu Nai­vi­tät
  • Und Intui­ti­on ohne Ein­bet­tung zu Bauch­ent­schei­dun­gen, die man später nicht mehr erklä­ren kann

NAVIGOS ist des­halb nicht als loses Set von Prin­zi­pi­en ent­stan­den, son­dern als klar struk­tu­rier­ter Ent­schei­dungs­bo­gen. Nicht, um Men­schen ein­zu­schrän­ken – son­dern um ihnen Halt zu geben, wenn Unsi­cher­heit steigt.

In der Praxis zeigt sich immer wieder: Ent­schei­dun­gen schei­tern selten daran, dass Men­schen nicht bereit wären, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men. Sie schei­tern daran, dass unklar ist, wo im Ent­schei­dungs­pro­zess man sich eigent­lich befin­det.

  • Wird gerade noch Ori­en­tie­rung gesucht oder schon bewer­tet?
  • Sind wir noch im Erkun­den oder schon im Ent­schei­den?
  • Und wird hier wirk­lich ent­schie­den oder nur dis­ku­tiert?

NAVIGOS schafft genau an dieser Stelle Ori­en­tie­rung. Nicht durch starre Regeln, son­dern durch eine gemein­sa­me innere Land­kar­te, die sicht­bar macht, was jetzt dran ist und was bewusst noch nicht.

Pra­xis­bei­spiel: NAVIGOS im Ein­satz

Stell Dir fol­gen­de Situa­ti­on vor: Ein Füh­rungs­team steht vor der Ent­schei­dung, ob ein neues Pro­dukt ent­wi­ckelt werden soll, das sowohl Chan­cen als auch erheb­li­che Risi­ken birgt. Die Daten sind nicht ein­deu­tig, die Mei­nun­gen geteilt.

Ohne einen klaren Pro­zess würde diese Situa­ti­on typi­scher­wei­se in eine von zwei Rich­tun­gen laufen:

  1. End­lo­se Ana­ly­se-Schlei­fen, um mehr Sicher­heit zu gewin­nen (die nie kommt)
  2. Eine vor­schnel­le Ent­schei­dung, die später nicht getra­gen wird

Mit NAVIGOS könnte der Pro­zess so aus­se­hen:

N – Nimm wahr, was ist: Das Team sam­melt alle ver­füg­ba­ren Fakten und unter­schei­det sie klar von Annah­men. Es wird deut­lich: Es geht nicht nur um Markt­an­tei­le, son­dern auch um die Frage, ob das Unter­neh­men bereit für einen sol­chen Schritt ist.

A – Anhal­ten & Raum schaf­fen: Statt sofort in die Bewer­tung zu gehen, nimmt sich das Team bewusst Zeit für Refle­xi­on. Jedes Mit­glied sor­tiert seine Gedan­ken und emo­tio­na­len Reak­tio­nen.

V – Ver­traue deiner Intui­ti­on: Die Teil­neh­men­den werden ein­ge­la­den, ihre intui­ti­ve Reso­nanz zu teilen – ohne sie sofort zu recht­fer­ti­gen. Es zeigt sich: Wäh­rend die Daten gemischt sind, gibt es ein über­wie­gend posi­ti­ves Gefühl zum Kern­kon­zept.

I – Ideen ent­wi­ckeln & erste Ein­schät­zung: Das Team ent­wi­ckelt ver­schie­de­ne Sze­na­ri­en und Umset­zungs­va­ri­an­ten, die über den ursprüng­li­chen Plan hin­aus­ge­hen. Eine abge­stuf­te Ein­füh­rung kris­tal­li­siert sich als viel­ver­spre­chen­de Option heraus.

G – Gren­zen über­win­den: Die Beden­ken und Ängste werden offen adres­siert: Was, wenn der Markt nicht reagiert? Was, wenn Res­sour­cen fehlen? Für jedes Risiko werden mög­li­che Ant­wor­ten ent­wi­ckelt.

O – Owner­ship – Ent­schei­dung tref­fen: Das Team ent­schei­det sich für eine schritt­wei­se Ein­füh­rung mit klaren Aus­stiegs­punk­ten. Ver­ant­wort­lich­kei­ten werden fest­ge­legt, nicht nur für die Umset­zung, son­dern auch für die kon­ti­nu­ier­li­che Bewer­tung.

S – Spüre und reflek­tie­re: Nach den ersten Umset­zungs­schrit­ten trifft sich das Team erneut, um zu reflek­tie­ren: Was haben wir gelernt? Was würden wir beim nächs­ten Mal anders machen?

Durch diesen Pro­zess wurde die Ent­schei­dung nicht ein­fa­cher oder siche­rer – aber bewuss­ter und trag­fä­hi­ger. Sie basiert nicht auf der Illu­si­on von Gewiss­heit, son­dern auf einem gemein­sa­men Ver­ständ­nis von Risi­ken und Ver­ant­wor­tung.

Ent­schei­dungs­na­vi­ga­tor: NAVIGOS in der Praxis erle­ben

Wenn Dich der NAVI­GOS-Ansatz anspricht und Du ihn in Deiner Orga­ni­sa­ti­on oder für Deine per­sön­li­chen Ent­schei­dungs­pro­zes­se nutzen möch­test, bietet der Ent­schei­dungs­na­vi­ga­tor ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten:

Der NAVIGOS Mode­ra­ti­ons­work­shop ist ein 2,5‑tägiges Inten­siv­trai­ning für Faci­li­ta­tors, Coa­ches und Moderator:innen, die Grup­pen sicher zu trag­fä­hi­gen Ent­schei­dun­gen führen wollen. Im Zen­trum steht NAVIGOS als Ent­schei­dungs­frame­work, das Struk­tur, Sicher­heit und Hal­tung ver­bin­det und Ent­schei­dun­gen auch unter Unsi­cher­heit mög­lich macht.

Teil­neh­men­de lernen, Ent­schei­dungs­pro­zes­se pro­fes­sio­nell zu gestal­ten: klar im Ablauf, mensch­lich in der Hal­tung und wirk­sam im Ergeb­nis. Der Work­shop zeigt, wie Ent­schei­dun­gen nicht nur mode­riert, son­dern bewusst ermög­licht werden – mit einem klaren Pro­zess und hoher Pra­xis­nä­he.

Hier erfährst Du mehr über den NAVIGOS Mode­ra­ti­ons­work­shop und kannst Dir einen Platz sichern

FAQ: Die wich­tigs­ten Fragen zu NAVIGOS

Ist NAVIGOS nur für große Ent­schei­dun­gen gedacht?

NAVIGOS ist vor allem für Ent­schei­dun­gen kon­zi­piert, bei denen Unsi­cher­heit eine Rolle spielt und die Kon­se­quen­zen bedeut­sam sind. Das können stra­te­gi­sche Wei­chen­stel­lun­gen sein, aber auch per­sön­li­che Lebens­ent­schei­dun­gen. Für all­täg­li­che Rou­ti­ne­ent­schei­dun­gen ist der volle Pro­zess in der Regel zu auf­wän­dig.

Kann NAVIGOS auch für per­sön­li­che Ent­schei­dun­gen genutzt werden?

Abso­lut. Obwohl NAVIGOS häufig in Orga­ni­sa­tio­nen ein­ge­setzt wird, funk­tio­niert der Pro­zess auch für indi­vi­du­el­le Ent­schei­dungs­fin­dung. Die sieben Phasen bieten eine wert­vol­le Struk­tur, um per­sön­li­che Ent­schei­dun­gen bewuss­ter und ganz­heit­li­cher zu tref­fen.

Wie ver­hält sich NAVIGOS zu agilen Metho­den?

NAVIGOS ergänzt agile Ansät­ze ideal. Wäh­rend agile Metho­den oft den Fokus auf Ite­ra­ti­on und schnel­les Feed­back legen, bietet NAVIGOS einen Rahmen für die eigent­li­che Ent­schei­dungs­fin­dung. Beide Ansät­ze teilen die Grund­hal­tung, dass Unsi­cher­heit nicht durch mehr Ana­ly­se, son­dern durch bewuss­tes Han­deln und Lernen adres­siert wird.

Braucht man eine Zer­ti­fi­zie­rung, um NAVIGOS anzu­wen­den?

Nein. NAVIGOS ist bewusst als offe­nes Frame­work kon­zi­piert, das jeder nutzen kann. Der Mode­ra­ti­ons­work­shop bietet eine ver­tief­te Ein­füh­rung und prak­ti­sches Trai­ning, ist aber keine Vor­aus­set­zung für die Anwen­dung. Die Grund­prin­zi­pi­en sind so gestal­tet, dass sie intui­tiv ver­ständ­lich und anwend­bar sind.

Wie lange dauert ein NAVI­GOS-Ent­schei­dungs­pro­zess?

Die Dauer vari­iert stark je nach Kom­ple­xi­tät der Ent­schei­dung und Kon­text. Ein voll­stän­di­ger Durch­lauf kann in einem inten­si­ven Work­shop von einem Tag statt­fin­den oder sich über meh­re­re Wochen erstre­cken. Ent­schei­dend ist nicht die Geschwin­dig­keit, son­dern die bewuss­te Gestal­tung jeder Phase.

Fazit: Ent­schei­den in unsi­che­ren Zeiten

NAVIGOS ist kein Ent­schei­dungs­mo­dell im klas­si­schen Sinn. Es ist eine Ent­schei­dungs­ar­chi­tek­tur. Ein Rahmen, der hilft, Ent­schei­dun­gen nicht schnel­ler, son­dern bewuss­ter zu tref­fen. Der Ori­en­tie­rung schafft, bevor bewer­tet wird. Der Raum gibt, bevor ent­schie­den wird. Und der Ver­ant­wor­tung nicht umgeht, son­dern sie bewusst ins Zen­trum stellt.

NAVIGOS geht davon aus, dass Unsi­cher­heit kein Aus­nah­me­zu­stand ist, son­dern Teil unse­rer Ent­schei­dungs­rea­li­tät. Und dass gute Ent­schei­dun­gen nicht dadurch ent­ste­hen, dass wir Unsi­cher­heit eli­mi­nie­ren, son­dern dadurch, dass wir lernen, mit ihr umzu­ge­hen.

Genau dafür ver­bin­det NAVIGOS Struk­tur mit Hal­tung. Es inte­griert Wahr­neh­mung, Klar­heit, Mut, Ver­trau­en und Intui­ti­on nicht als Zusatz, son­dern als tra­gen­de Ele­men­te im Ent­schei­dungs­pro­zess.

Viel­leicht hast Du beim Lesen gemerkt, dass sich manche dieser Gedan­ken sehr ver­traut anfüh­len. Oder dass Du bei der einen oder ande­ren Phase inner­lich genickt hast. Dann ist dieser Arti­kel genau das, was er sein soll: eine Ein­la­dung, Ent­schei­dun­gen nicht nur inhalt­lich, son­dern pro­zes­su­al neu zu denken.

Nimm Dir viel­leicht eine aktu­el­le Ent­schei­dung und betrach­te sie nicht durch die Brille der Lösung, son­dern durch die Brille des Pro­zes­ses. Manch­mal liegt genau dort der ent­schei­den­de Unter­schied.

Christian Koudela

Entscheidungsnavigator, Autor, Berater & Trainer

Ich will echte Veränderungen ermöglichen und Unternehmen zu einem Ort machen, an dem Wertschätzung für die Leistungen und Kompetenzen aller Beteiligten zum Alltag gehört. An dem die Arbeit Freude und Sinn stiftet – ein arbeitswerter Ort ist. Und nicht nur ein Rettungsanker sein, mit dem du dich immer wieder von einer herausfordernden Entscheidung zur nächsten hangelst.

Buche Dir jetzt ein unverbindliches Entscheidungsgespräch: jetzt Termin buchen

Das könnte Dich auch interessieren

Seite [tcb_pagination_current_page] von [tcb_pagination_total_pages]

Regelmäßig entscheidende Infos erhalten

Trage Dich in unseren Newsletter ein, um regelmäßig aktuelle Informationen zum Thema Entscheiden zu bekommen.

Infos zur Verarbeitung Deiner Daten kriegst Du in unserer Datenschutzerklärung.
Du kannst dich außerdem jederzeit problemlos wieder abmelden.

Einfach entscheiden

Das praktische Handbuch für Entscheidungen in Organisationen.

Welcher Entscheidertyp bist du?

Fülle dein KAIROS Entscheiderprofil aus und triff bewusst gute Entscheidungen.

Auf die Ohren gibt es

Und zwar Expertenwissen aus über 25 Jahren Entscheidungsforschung im Entscheidungsnavigator Podcast.