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🧭 NAVIGOS
Wie Du einen strukturierten Entscheidungsprozess nutzt, der Intuition, Mut und Vertrauen systematisch integriert
Entscheidungen in einer Welt voller Unsicherheit
Kennst Du das? Eine wichtige Entscheidung steht an, aber die Informationslage ist unvollständig. Die Rahmenbedingungen ändern sich ständig. Erwartungen verschieben sich, und die Konsequenzen Deiner Entscheidung werden vielleicht erst später sichtbar.
Und trotzdem wird von Dir erwartet, dass Du entscheidest. Klar. Verantwortlich. Und bitte möglichst ohne lange Umwege.
Die Wahrheit ist: Wenn wir heute über Entscheidungen sprechen, dann sprechen wir über etwas grundlegend anderes als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Nicht weil Menschen plötzlich schlechter entscheiden würden – sondern weil sich die Bedingungen, unter denen entschieden wird, fundamental verändert haben.
In dieser neuen Realität brauchen wir einen anderen Ansatz. Einen, der Unsicherheit nicht als Problem behandelt, das gelöst werden muss, sondern als Zustand, der gestaltet werden will.
Genau hier setzt NAVIGOS an.
NAVIGOS … mehr als nur ein Modell
NAVIGOS ist kein Tool und keine Methode. Es ist ein Entscheidungsframework, das Haltung und Struktur verbindet. Im Zentrum steht nicht die “richtige” Entscheidung, sondern die Frage, ob eine Entscheidung tragfähig ist:
- Für die Situation
- Für die beteiligten Menschen
- Für die Person, die Verantwortung übernimmt
Ein zentraler Gedanke aus der NAVIGOS-Positionierung lautet:
“Gute Entscheidungen entstehen nicht aus Perfektion, sondern aus Haltung.”
Diese Haltung zeigt sich an mehreren Stellen:
- Im Umgang mit Unsicherheit
- Im bewussten Aushalten von Ambivalenz
- Im Moment, in dem Verantwortung übernommen wird
NAVIGOS geht davon aus, dass Unsicherheit kein Problem ist, das gelöst werden muss, sondern ein Zustand, der gestaltet werden will. Deshalb fokussiert der Ansatz nicht auf Kontrolle, Optimierung oder Absicherung – sondern auf Orientierung im Prozess.
Warum klassische Entscheidungsmodelle heute oft nicht mehr greifen
Viele klassische Entscheidungsmodelle sind für die heutige Komplexität nicht gemacht. Sie gehen von Stabilität aus, von klaren Optionen und einer deutlichen Trennlinie zwischen Analyse und Entscheidung.
NAVIGOS ist aus der Erfahrung entstanden, dass diese Trennlinie in der Realität oft nicht existiert. Entscheiden ist heute kein punktuelles Ereignis mehr, es ist ein Verlauf. Ein Prozess, in dem Orientierung, Abwägung, Haltung und Verantwortung ineinandergreifen.
Während klassische Modelle oft den Fokus auf die Optimierung von Ergebnissen legen, geht es bei NAVIGOS um die bewusste Gestaltung des Weges zur Entscheidung. Mut, Vertrauen und Intuition sind dabei keine ergänzenden Werte, sondern integraler Bestandteil des Prozesses:
- Mut braucht es dort, wo Analyse endet und Verantwortung beginnt
- Vertrauen entsteht dort, wo der Prozess trägt – auch ohne Gewissheit
- Intuition wird dort eingebunden, wo Erfahrung mehr weiß als Zahlen
Die 7 Phasen des NAVIGOS-Entscheidungsprozesses
Der Name NAVIGOS ist nicht zufällig gewählt. Er ist ein Akronym: Jeder Buchstabe steht für eine der sieben Phasen dieses Entscheidungsprozesses. Zusammen ergeben sie einen Entscheidungsbogen, der von der ersten Wahrnehmung bis zur bewussten Reflexion reicht.
N – Nimm wahr, was ist
Bevor wir handeln, bevor wir bewerten oder Optionen vergleichen, geht es darum, innezuhalten und bewusst hinzuschauen. Worum geht es hier wirklich? Was ist das Ziel dieser Entscheidung? Welche Fakten liegen vor – und wo bewegen wir uns bereits im Bereich von Annahmen?
Diese Phase schafft Orientierung im Unklaren. Sie bringt Überblick, Kontext und eine gemeinsame Ausgangsbasis. Ohne diesen Schritt laufen viele Entscheidungen Gefahr, auf einem falschen Problem aufzusetzen.
A – Anhalten & Raum schaffen
Nach dem Sammeln der Fakten braucht es bewusst einen Wechsel der Geschwindigkeit. Entscheidungen profitieren nicht von permanentem Aktionismus. Sie brauchen Raum.
In dieser Phase geht es darum, innerlich Abstand zu gewinnen, Gedanken und Emotionen zu sortieren und Stress herauszunehmen. Nicht, um Zeit zu verlieren, sondern um Klarheit zu gewinnen. Erst hier entsteht die innere Ruhe, die gute Entscheidungen überhaupt möglich macht.
V – Vertraue deiner Intuition
NAVIGOS integriert Intuition nicht als Bauchentscheidung, sondern als bewusste Ergänzung zum rationalen Denken. Was spüre ich? Was sagt mein Erfahrungswissen? Welche inneren Signale melden sich?
Gerade in komplexen Situationen weiß unser System oft mehr, als wir logisch erklären können. Diese Phase lädt dazu ein, diesem Wissen Raum zu geben, ohne die Analyse über Bord zu werfen.
I – Ideen entwickeln & erste Einschätzung
Hier geht es darum, den Möglichkeitsraum zu öffnen: Optionen zu sammeln, Szenarien zu durchdenken, neue Wege zuzulassen. Nicht nur die naheliegenden Alternativen, sondern auch das, was jenseits der gewohnten Denkmuster liegt.
Gleichzeitig beginnt hier bereits eine erste Verdichtung: Welche Optionen wirken tragfähig? Wo zeigen sich Chancen – und wo Risiken?
G – Grenzen überwinden
Jetzt zeigen sich Zweifel, Bedenken und Ängste. Nicht als Störung, sondern als wichtiger Teil des Prozesses. Diese Phase macht sichtbar, wo Unsicherheit blockiert – und lädt dazu ein, ihr bewusst zu begegnen.
Mut entsteht hier nicht durch Verdrängen, sondern durch Auseinandersetzung. Wer Grenzen erkennt und nicht davor stehen bleibt, verwandelt Erkenntnis in Bewegung.
O – Ownership & Entscheidung treffen
Jetzt wird Verantwortung übernommen. Nicht, weil alles sicher ist, sondern weil genug Klarheit entstanden ist, um sich bewusst festzulegen.
Ownership bedeutet, innerlich Ja zu sagen und gleichzeitig Nein zu anderen Optionen. Und es bedeutet, die Entscheidung in Handlung zu übersetzen: Zuständigkeiten klären, Prioritäten setzen, Umsetzung strukturieren.
S – Spüre und reflektiere
NAVIGOS endet nicht mit dem Beschluss, sondern mit Lernen. Was hat gewirkt? Was hat sich verändert? Was zeigt uns die Realität – in Ergebnissen, in Stimmung, in Energie?
Diese Phase macht Erfahrung bewusst und verwandelt sie in Erkenntnis. Sie schließt den Entscheidungsbogen – und öffnet gleichzeitig den Raum für den nächsten Zyklus.
Wo Mut, Vertrauen und Intuition im Modell verankert sind
Genau an dieser Stelle lohnt sich ein genauerer Blick auf diese drei Qualitäten. Nicht als abstrakte Werte oder persönliche Eigenschaften, sondern als entscheidende Wirkkräfte, die im NAVIGOS-Prozess bewusst verankert sind.
Mut – mehr als schnelle Entschlossenheit
Mut wird oft mit schnellen, entschlossenen Entscheidungen verwechselt. Im Kontext von NAVIGOS meint Mut etwas anderes: die Bereitschaft, Unsicherheit nicht zu überspringen.
Mut zeigt sich im Aushalten. Im Nicht-Sofort-Weitergehen. Im bewussten Durchlaufen der Phasen – auch dann, wenn der Wunsch nach Klarheit drängt.
Besonders spürbar wird Mut dort, wo NAVIGOS den Übergang vom Abwägen zur Entscheidung markiert. Hier gibt es keine vollständige Sicherheit mehr. Hier geht es darum, Verantwortung zu übernehmen für eine Richtung, nicht für ein garantiertes Ergebnis.
Vertrauen – der Halt im Prozess
Vertrauen in den Prozess. Vertrauen in sich selbst. Und – im Teamkontext – Vertrauen in andere Perspektiven.
NAVIGOS baut Vertrauen nicht durch Versprechen auf, sondern durch Struktur. Wer weiß, wo er sich im Entscheidungsprozess befindet, muss weniger kontrollieren. Wer erlebt, dass nichts Wesentliches ausgelassen wird, kann loslassen.
Vertrauen entsteht auch dadurch, dass NAVIGOS Entscheidungen erklärbar macht. Nicht im Sinne einer Rechtfertigung – sondern als innere Nachvollziehbarkeit. Ich weiß, warum ich mich so entschieden habe. Ich kenne die Spannungen, die Zweifel und die Abwägungen. Und genau das macht Entscheidungen auch im Nachhinein tragbar.
Intuition – verdichtete Erfahrung statt Bauchimpuls
NAVIGOS versteht Intuition nicht als Gegenpol zur Rationalität. Intuition ist im Modell kein spontaner Bauchimpuls, sondern verdichtete Erfahrung.
Sie bekommt im Prozess einen klaren Platz – nicht am Anfang, nicht am Ende, sondern dort, wo Analyse allein nicht mehr weiterführt. NAVIGOS lädt dazu ein, die innere Resonanz bewusst wahrzunehmen:
- Was fühlt sich stimmig an?
- Wo entsteht innere Spannung?
- Was passt – und was passt trotz guter Argumente nicht?
Dadurch wird Intuition überprüfbar. Nicht objektiv messbar – aber reflektierbar. Sie wird Teil der Entscheidung, nicht ihr heimlicher Treiber.
Für wen NAVIGOS gedacht ist und wofür nicht
NAVIGOS ist kein Entscheidungsprozess für alle und alles. Und genau das macht ihn wirksam.
Für wen NAVIGOS besonders hilfreich ist
NAVIGOS richtet sich vor allem an Menschen, die Entscheidungen nicht nur treffen, sondern tragen. An Führungskräfte, die Verantwortung übernehmen müssen – auch dann, wenn Unsicherheit bleibt. An Menschen, die spüren, dass Entscheiden heute weniger mit Gewissheit zu tun hat als mit Haltung.
Typischerweise sind das:
- Führungskräfte in Organisationen, die mit komplexen Situationen umgehen müssen
- Teams mit widersprüchlichen Erwartungen und mehreren Perspektiven
- Entscheider, deren Wirkung über Zahlen hinausgeht – hinein in Kultur, Zusammenarbeit und Vertrauen
NAVIGOS ist ebenso für Menschen gedacht, die Entscheidungsprozesse begleiten: Interne Berater:innen, HR, Organisationsentwickler:innen, Projektleitende. Also für all jene, die nicht die Entscheidung selbst treffen, aber Verantwortung dafür tragen, wie entschieden wird.
Besonders wirksam ist NAVIGOS dort:
- Wo Entscheidungen nicht eindeutig sind
- Wo Daten helfen, aber nicht ausreichen
- Wo es kein klares Richtig oder Falsch gibt, sondern Abwägungen, Spannungen und echte Konsequenzen
Wo NAVIGOS nicht der richtige Ansatz ist
Gleichzeitig ist NAVIGOS nicht für jede Situation gedacht:
- Nicht für triviale Alltagsentscheidungen
- Nicht für rein operative Fragen, bei denen Geschwindigkeit wichtiger ist als Reflexion
- Und nicht für Menschen oder Organisationen, die nach einem Tool suchen, das ihnen Entscheidungen abnimmt oder Unsicherheit verschwinden lässt
NAVIGOS verspricht keine Sicherheit. Es garantiert kein richtiges Ergebnis. Und es liefert keine Abkürzungen.
Was es bietet, ist etwas anderes: einen Entscheidungsrahmen, der hilft, Verantwortung bewusst zu übernehmen. Einen Prozess, der Mut, Vertrauen und Intuition integriert, statt sie dem Zufall zu überlassen. Und eine Struktur, die es ermöglicht, Entscheidungen auch im Rückblick zu verstehen – nicht, weil sie perfekt waren, sondern weil sie bewusst getroffen wurden.
Warum Struktur für intuitive Entscheidungen wichtig ist
An diesem Punkt entsteht oft eine berechtigte Frage: Wenn es um Haltung, Mut, Vertrauen und Intuition geht – warum braucht es dann überhaupt einen strukturierten Prozess?
Die Antwort ist einfach und unbequem zugleich: Weil genau diese Qualitäten ohne Struktur schnell wirkungslos bleiben.
- Mut ohne Orientierung wird zu Aktionismus
- Vertrauen ohne Klarheit zu Naivität
- Und Intuition ohne Einbettung zu Bauchentscheidungen, die man später nicht mehr erklären kann
NAVIGOS ist deshalb nicht als loses Set von Prinzipien entstanden, sondern als klar strukturierter Entscheidungsbogen. Nicht, um Menschen einzuschränken – sondern um ihnen Halt zu geben, wenn Unsicherheit steigt.
In der Praxis zeigt sich immer wieder: Entscheidungen scheitern selten daran, dass Menschen nicht bereit wären, Verantwortung zu übernehmen. Sie scheitern daran, dass unklar ist, wo im Entscheidungsprozess man sich eigentlich befindet.
- Wird gerade noch Orientierung gesucht oder schon bewertet?
- Sind wir noch im Erkunden oder schon im Entscheiden?
- Und wird hier wirklich entschieden oder nur diskutiert?
NAVIGOS schafft genau an dieser Stelle Orientierung. Nicht durch starre Regeln, sondern durch eine gemeinsame innere Landkarte, die sichtbar macht, was jetzt dran ist und was bewusst noch nicht.
Praxisbeispiel: NAVIGOS im Einsatz
Stell Dir folgende Situation vor: Ein Führungsteam steht vor der Entscheidung, ob ein neues Produkt entwickelt werden soll, das sowohl Chancen als auch erhebliche Risiken birgt. Die Daten sind nicht eindeutig, die Meinungen geteilt.
Ohne einen klaren Prozess würde diese Situation typischerweise in eine von zwei Richtungen laufen:
- Endlose Analyse-Schleifen, um mehr Sicherheit zu gewinnen (die nie kommt)
- Eine vorschnelle Entscheidung, die später nicht getragen wird
Mit NAVIGOS könnte der Prozess so aussehen:
N – Nimm wahr, was ist: Das Team sammelt alle verfügbaren Fakten und unterscheidet sie klar von Annahmen. Es wird deutlich: Es geht nicht nur um Marktanteile, sondern auch um die Frage, ob das Unternehmen bereit für einen solchen Schritt ist.
A – Anhalten & Raum schaffen: Statt sofort in die Bewertung zu gehen, nimmt sich das Team bewusst Zeit für Reflexion. Jedes Mitglied sortiert seine Gedanken und emotionalen Reaktionen.
V – Vertraue deiner Intuition: Die Teilnehmenden werden eingeladen, ihre intuitive Resonanz zu teilen – ohne sie sofort zu rechtfertigen. Es zeigt sich: Während die Daten gemischt sind, gibt es ein überwiegend positives Gefühl zum Kernkonzept.
I – Ideen entwickeln & erste Einschätzung: Das Team entwickelt verschiedene Szenarien und Umsetzungsvarianten, die über den ursprünglichen Plan hinausgehen. Eine abgestufte Einführung kristallisiert sich als vielversprechende Option heraus.
G – Grenzen überwinden: Die Bedenken und Ängste werden offen adressiert: Was, wenn der Markt nicht reagiert? Was, wenn Ressourcen fehlen? Für jedes Risiko werden mögliche Antworten entwickelt.
O – Ownership – Entscheidung treffen: Das Team entscheidet sich für eine schrittweise Einführung mit klaren Ausstiegspunkten. Verantwortlichkeiten werden festgelegt, nicht nur für die Umsetzung, sondern auch für die kontinuierliche Bewertung.
S – Spüre und reflektiere: Nach den ersten Umsetzungsschritten trifft sich das Team erneut, um zu reflektieren: Was haben wir gelernt? Was würden wir beim nächsten Mal anders machen?
Durch diesen Prozess wurde die Entscheidung nicht einfacher oder sicherer – aber bewusster und tragfähiger. Sie basiert nicht auf der Illusion von Gewissheit, sondern auf einem gemeinsamen Verständnis von Risiken und Verantwortung.
Entscheidungsnavigator: NAVIGOS in der Praxis erleben
Wenn Dich der NAVIGOS-Ansatz anspricht und Du ihn in Deiner Organisation oder für Deine persönlichen Entscheidungsprozesse nutzen möchtest, bietet der Entscheidungsnavigator verschiedene Möglichkeiten:
Der NAVIGOS Moderationsworkshop ist ein 2,5‑tägiges Intensivtraining für Facilitators, Coaches und Moderator:innen, die Gruppen sicher zu tragfähigen Entscheidungen führen wollen. Im Zentrum steht NAVIGOS als Entscheidungsframework, das Struktur, Sicherheit und Haltung verbindet und Entscheidungen auch unter Unsicherheit möglich macht.
Teilnehmende lernen, Entscheidungsprozesse professionell zu gestalten: klar im Ablauf, menschlich in der Haltung und wirksam im Ergebnis. Der Workshop zeigt, wie Entscheidungen nicht nur moderiert, sondern bewusst ermöglicht werden – mit einem klaren Prozess und hoher Praxisnähe.
Hier erfährst Du mehr über den NAVIGOS Moderationsworkshop und kannst Dir einen Platz sichern
FAQ: Die wichtigsten Fragen zu NAVIGOS
Ist NAVIGOS nur für große Entscheidungen gedacht?
NAVIGOS ist vor allem für Entscheidungen konzipiert, bei denen Unsicherheit eine Rolle spielt und die Konsequenzen bedeutsam sind. Das können strategische Weichenstellungen sein, aber auch persönliche Lebensentscheidungen. Für alltägliche Routineentscheidungen ist der volle Prozess in der Regel zu aufwändig.
Kann NAVIGOS auch für persönliche Entscheidungen genutzt werden?
Absolut. Obwohl NAVIGOS häufig in Organisationen eingesetzt wird, funktioniert der Prozess auch für individuelle Entscheidungsfindung. Die sieben Phasen bieten eine wertvolle Struktur, um persönliche Entscheidungen bewusster und ganzheitlicher zu treffen.
Wie verhält sich NAVIGOS zu agilen Methoden?
NAVIGOS ergänzt agile Ansätze ideal. Während agile Methoden oft den Fokus auf Iteration und schnelles Feedback legen, bietet NAVIGOS einen Rahmen für die eigentliche Entscheidungsfindung. Beide Ansätze teilen die Grundhaltung, dass Unsicherheit nicht durch mehr Analyse, sondern durch bewusstes Handeln und Lernen adressiert wird.
Braucht man eine Zertifizierung, um NAVIGOS anzuwenden?
Nein. NAVIGOS ist bewusst als offenes Framework konzipiert, das jeder nutzen kann. Der Moderationsworkshop bietet eine vertiefte Einführung und praktisches Training, ist aber keine Voraussetzung für die Anwendung. Die Grundprinzipien sind so gestaltet, dass sie intuitiv verständlich und anwendbar sind.
Wie lange dauert ein NAVIGOS-Entscheidungsprozess?
Die Dauer variiert stark je nach Komplexität der Entscheidung und Kontext. Ein vollständiger Durchlauf kann in einem intensiven Workshop von einem Tag stattfinden oder sich über mehrere Wochen erstrecken. Entscheidend ist nicht die Geschwindigkeit, sondern die bewusste Gestaltung jeder Phase.
Fazit: Entscheiden in unsicheren Zeiten
NAVIGOS ist kein Entscheidungsmodell im klassischen Sinn. Es ist eine Entscheidungsarchitektur. Ein Rahmen, der hilft, Entscheidungen nicht schneller, sondern bewusster zu treffen. Der Orientierung schafft, bevor bewertet wird. Der Raum gibt, bevor entschieden wird. Und der Verantwortung nicht umgeht, sondern sie bewusst ins Zentrum stellt.
NAVIGOS geht davon aus, dass Unsicherheit kein Ausnahmezustand ist, sondern Teil unserer Entscheidungsrealität. Und dass gute Entscheidungen nicht dadurch entstehen, dass wir Unsicherheit eliminieren, sondern dadurch, dass wir lernen, mit ihr umzugehen.
Genau dafür verbindet NAVIGOS Struktur mit Haltung. Es integriert Wahrnehmung, Klarheit, Mut, Vertrauen und Intuition nicht als Zusatz, sondern als tragende Elemente im Entscheidungsprozess.
Vielleicht hast Du beim Lesen gemerkt, dass sich manche dieser Gedanken sehr vertraut anfühlen. Oder dass Du bei der einen oder anderen Phase innerlich genickt hast. Dann ist dieser Artikel genau das, was er sein soll: eine Einladung, Entscheidungen nicht nur inhaltlich, sondern prozessual neu zu denken.
Nimm Dir vielleicht eine aktuelle Entscheidung und betrachte sie nicht durch die Brille der Lösung, sondern durch die Brille des Prozesses. Manchmal liegt genau dort der entscheidende Unterschied.



